Loslassen darf sanft sein: Warum Innerer Wandel und Heilung leichter sind, als wir denken
- Pauline Käthe

- 21. Apr.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Mai

Loslassen darf sanft sein: Warum Innerer Wandel und Heilung leichter sind, als wir denken
Es gibt Dinge, die nicht mit Druck und Zwang funktionieren. Loslassen gehört dazu.
So wie Blütenblätter zu Boden fallen — nicht weil sie müssen, sondern weil es an der Zeit ist.
In diesem Text lade ich dich ein, Loslassen als Teil natürlicher innerer Prozesse zu begreifen und dieser stille Alchemie unseres Werdens zu vertrauen.
In der Welt der Persönlichkeitsentwicklung und spirituellen Szenen kommt das Thema „Loslassen“ immer wieder auf.
Wie wichtig es sei, alles, was uns nicht mehr dient, was uns zurückhält, was uns blockiert, loszulassen.
Dabei kann sich schnell das Bild formen, dass „Loslassen“ schwierig, anstrengend und aufwändig sei.
Als müssten wir etwas aktiv gaaaanz weit von uns weg stoßen, damit es uns nicht mehr belastet. Und falls es dann doch noch mal aufkommt, dann haben wir etwas falsch gemacht, waren nicht gründlich genug, haben nicht tief genug meditiert, falsch geatmet, zu wenig geräuchert oder Affirmationen im Feuer verbrannt.
Loslassen bedeutet jedoch nicht, etwas zu entsorgen oder krampfhaft zu versuchen, es abzuschütteln.
Bei der Herangehensweise tragen wir noch so viele Wertungen und Verurteilungen mit uns, kleben Verurteilungen über Verurteilungen, wollen im Grunde nichts damit zu tun haben, was dahinter schlummert, und wundern uns, warum es so hartnäckig an uns zu kleben scheint.
Je mehr wir versuchen es loszulassen, desto stärker klammern wir unbewusst daran.
Denn wir haben das Geschenk darin noch nicht erkannt.
Lassen wir das Verurteilen sein, wenden uns stattdessen dem, was losgelassen werden will, was ausgedient hat, zu – mit Liebe, Wertschätzung, Verständnis und Dankbarkeit.
Erkennen es an, so wie es ist und begreifen es als wertvollen Kompost, durch den wir weiter wachsen…
Dann ist es eigentlich ganz leicht.
Es ist ein natürlicher Kreislauf.
Das Alte, Ausgediente stirbt, lässt los, verrottet zu Kompost.
Aus welchem wieder neues Leben erwächst.
Diese tiefe Weisheit ist überall in der Natur präsent.
Doch in unserer schnelllebigen kapitalistischen Leistungsgesellschaft haben wir das etwas vergessen.
Gerade wenn es um Innere Arbeit und Persönlichkeitsentwicklung geht, können wir da schnell mal in die Falle des Perfektionismus tappen, glauben, es noch gründlicher machen zu müssen, verstandesmäßig jede Einzelheit erfassen und notieren zu müssen, noch eine Healing Session, noch eine Therapie, noch ein Plant Medicine Ritual, noch mehr Räuchern, Meditieren, Dehnen, Entgiften, denn sonst funktioniere es nicht, sonst machen wir etwas falsch, nicht richtig, nicht genug.
Und dann klappt das Loslassen und Heilen und Wachsen nicht und wir stecken fest, sind viel zu langsam…
Ich will damit nicht sagen, dass uns die diversen Healing Tools, Praktiken und Therapien die es gibt, nicht helfen sein können. Natürlich können sie uns helfen, sie können unendlich kraftvoll und zu tiefst nährend sein, wenn wir ihnen mit der richtigen Intention begegnen.
Doch wenn das „nicht genug“-Muster in uns aktiv ist, dann scheint eben nichts zu reichen, einschließlich wir selbst, so wie wir gerade sind und mit allem, was uns gerade bewegt und beschäftigt.
Bei „Innerer Arbeit“ geht es aber nicht um Leistung.
Stattdessen geht es um Zuwendung und Präsenz, entspannt und ruhig.
Vertrauen in eine höhere Weisheit, die in uns und in allem präsent ist.
Vertrauen in diese stille Stimme in uns, unsere Intuition.
Vertrauen und Geduld.
Und die Erkenntnis, dass im Grunde alles eins ist, alles heilig ist
und es nicht darum geht, uns zu reparieren, denn wir sind nicht kaputt.
Wir sind in unserer Essenz immer ganz, immer heil, immer verbunden.
Je mehr wir uns an diese Wahrheit erinnern, desto mehr verrottet allmählich alles, was uns scheinbar davon abhielt, diese Wahrheit zu erkennen und wahrhaftig zu fühlen.
Und diese kompostierten Muster und Themen sind der Nährboden für unser gesundes Wachstum.
Das ist die Kraft dieser stillen inneren Alchemie.
Wir müssen uns mit dem Loslassen und Transformieren also wirklich nicht stressen, allein zu erkennen, dass etwas bereit ist zu sterben und diesem Anteil mit aufrichtiger Liebe und Würde unseren Segen zu geben.
(Und selbst dabei ist es nicht nötig, dass wir diese Anteile benennen können, es funktioniert dennoch.)
„Danke für alles, ohne dich wäre ich nun nicht hier. Deine Zeit ist gekommen, heimzukehren. Möge deine Essenz mein gesundes Wachsen und Blühen stärken. Danke Danke Danke.“
Und dem Prozess zu vertrauen. Wieder und wieder.
Wie Bäume ihre alten Blätter loslassen, weil sie in dieser Position ausgedient haben.
Die Blätter fallen zu Boden und nähren die Wurzeln der Bäume, auf dass sie weiter wachsen und von neuem erblühen.
Alles Liebe,
Pauline Käthe




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